Herrenlose Gegenstände lösen Großeinsätze der Polizei in Saalfeld und Rudolstadt aus Von Klaus Moritz und Peter Scholz Saalfeld/Rudolstadt. Bei einem Einsatz der Bundespolizei gestern auf dem Saalfelder Bahnhof stellte sich ein vermutlicher Sprengsatz als harmlose Thermosflasche heraus.
OTZ-Leser Andreas Fritsche traute seinen Augen nicht, als 10.30 Uhr ein Helikopter der Bundespolizei direkt vor dem Saalfelder Bahnhof landete. Dieser hatte zwei Beamte der Entschärfergruppe aus Halle an Bord. Sie wurden mit ihrer Spezialausrüstung direkt vom Flughafen Leipzig nach Saalfeld zum Einsatz geflogen. Eine Streife hatte dort am Bahnsteig vier eine herrenlose Thermosflasche aus Edelstahl entdeckt, die in einer der Stahlstützen für die Dachkonstruktion stand. Vorsichtshalber wurde der Bahnsteig bis zum Eintreffen der Sprengstoffexperten gesperrt. Der Zugverkehr auf den anderen Bahnsteigen lief indes normal weiter.
Um 11.07 Uhr wurden alle Bahnsteige gesperrt. Auch die Reisenden aus zwei Regionalzügen mussten diese verlassen. Einer der Beamten aus Halle hatte seinen 40 Kilogramm schweren Bombenschutzanzug angelegt und untersuchte den vermeintlichen Sprengsatz. Dabei wurde zuerst eine Röntgenaufnahme gefertigt. Die Auswertung erbrachte, dass in dem Behälter kein Sprengstoff ist. Nach 13 Minuten konnte Entwarnung gegeben werden. Die Analyse der Flüssigkeit im Thermosbehälter ergab: Kräutertee. Vielleicht durch Unachtsamkeit oder durch Unfug wurde so eine Polizeiaktion ausgelöst, die nicht nur einige Hundert Euro kostet.
In der Zwischenzeit hatten sich am ungewöhnlichen Landeplatz des Eurocopters der Bundespolizei einige Dutzend Schaulustige versammelt. Einige Fotohandys kamen zum Einsatz, und als der Helikopter wieder Richtung Flugplatz Leipzig abhob, flogen Blätter und ein paar Mützen durch die Luft.
Einige Minuten später, gegen 12 Uhr, riefen Angestellte der Rudolstädter Agentur für Arbeit bei der Polizei in Rudolstadt an. Sie hatten in der vierten Etage des Gebäudes einen herrenlosen Koffer entdeckt und befürchteten das Schlimmste. Vor dem Eintreffen der Spezialkräfte des Landeskriminalamtes trugen nach Angaben der Polizei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes den Koffer vor den Hinterausgang des Gebäudes. Dennoch musste die gesamte Belegschaft der Agentur für zwei Stunden das Haus verlassen. Dann auch hier Entwarnung: In dem Koffer waren nur Akten. Kommentar