Mi 31. Okt 2007, 00:24
Vierter Verhandlungstag im Mordfall Elodie:
Die Angeklagten wurden vernommen - ... es geht um Mord!" - "Kommen Sie bitte morgen wieder!"
Ungeschminkte Tatdarstellung durch den Angeklagten Herr M. gestern vor Gericht: "Ich stehe zu dem, was ich auch schon vor der Polizei gesagt habe", so die Worte des Angeklagten gegenüber dem Vorsitzenden Richter Klein, "und ich will keinen in irgend etwas reinziehen! Und ich hätte an diesem besagten Abend besser nicht auf meine Frau gehört. Ich verstehe nicht, wie hier die Aussagen meiner Frau zustande kommen", so M., der seit einigen Monaten von Albträumen geplagt wird ("Immer habe ich das Mädchen vor Augen!")
Im Bahnhofsviertel suchte man dann eine Dame und traf auf Elodie: "Hast du kein Problem, mit uns mitzugehen - für 50 Euro, fragte meine Frau", so der Angeklagte, "und die ganze Zeit hat meine Frau mit dem Mädchen gesprochen, über den Führerschein, über vieles. Und sie war einverstanden mit dem, was wir machen wollten!" "Warum hat das Mädchen plötzlich nicht mehr gewollt", fragte der Vorsitzende nach, denn schließlich "haben Sie sich entschlossen, das Mädchen zu fesseln - dies war ja nicht in einer Spiellaune!" "Als ich sagte, ich habe Lust mitzumachen, sagte meine Frau noch, ich habe kein Problem damit", so M.. Doch die Prostituierte weigerte sich plötzlich, den Wünschen nachzukommen. Daraufhin fesselte das Paar sein Opfer mit Mullbinden - der Mann wollte das Opfer "einfach vergewaltigen", "für 100 Euro mehr, dann hätte sie gehen können". Doch plötzlich sei seine Ehefrau nicht mehr damit einverstanden gewesen zu sein, keine Spiele mehr, kein Fesseln. "Das Mädchen geht doch mit Sicherheit zur Polizei", habe die Frau gesagt, als sie sich wohl über das Geschehen im Klaren wurde. Doch eine Vergewaltigung fand dann nicht statt, M. ließ von seinem Vorhaben ab. "Was willst Du denn jetzt", fragte M. seine Frau, "dann geht doch ein Messer holen, dann bist Du fertig", habe er gesagt, "meine Frau wollte den Tod des Mädchens", wiederholte M.. Und seine Ex-Frau ging ein Fleischermesser (30cm) in die Küche holen, während M. Elodie fest- und auch den Mund zuhielt - und dann kam es zur Ermordung von Elodie und fast ungeschminkten Darstellungen vor Gericht. "Doch wir konnten sie nicht hier liegen lassen. Und ich habe sie effektiv nicht alleine gepackt, glauben Sie mir, Herr Präsident", beteuert M. weiter. Zusammen mit seiner Frau brachte er die junge Prostituierte dann in die Badewanne. Und seelisch und moralisch wurde M. hierbei von seiner damaligen Ehefrau unterstützt. "Zieh doch Handschuhe an", habe sie ihm gesagt, als er in der Badewanne sein grausames Werk vollendete. "Und das war eine Putzerei", so der Angeklagte, "sobald wir einen Flecken gesehen hatten, wurde wieder alles neu geputzt." Über einen Tag lag die Leiche in der Wohnung der beiden Angeklagten. Und als diese von einer Feier zurückkamen ("Wir wollten auf andere Gedanken kommen", so M.), entschlossen sie sich, die Plastiktüten im Wald zu entsorgen. Überall suchten sie eine passende Stelle, um "das Mädchen abzulegen, bis wir dann in Leudelingen ankamen!"
M. meldete sich bei der Polizei, es ginge um einen zwei Jahre alten Mord - und wurde prompt von den Beamten auf den nächsten Tag vertröstet, denn die zuständigen Beamten seien nicht mehr im Dienst, so M.. Ferner war es an der Mitangeklagten L., ihre Version des Geschehens darzustellen. Doch schnell war klar, dass dieser "Opferdarstellung der gefesselten und geknebelten Ehefrau" das Gericht keinen Glauben schenkt. Alleine, dass sie "gezwungen" worden sei, sofort nach der Tat das Auto waschen zu gehen und hier nicht die Chance nutzte, die Polizei zu informieren, sorgt für extreme Verwunderung. "Sie dürfen ja auch viel erzählen, und wir müssen den Weg durch den Wald finden", so der Vorsitzende Richter Klein. Und dieser Weg wird voraussichtlich in mehrjährigen Haftstrafen enden.
Mi 31. Okt 2007, 15:17
Seltsame Geschichte - fast noch heftiger als die Feierabendstimmung der Polizei finde ich ja die Aussage mit der Feier ("auf andere Gedanken kommen").
Sa 3. Nov 2007, 11:24
Ich find auch schlimm was dem Mädchen passiert ist, aber alleine die Vorstellung, da kommt jemand zur Polizei und will einen Mord gestehen und der soll dann am nächsten Tag zurückkommen weil die anderen nicht mehr im Dienst sind, naja.
Sa 3. Nov 2007, 13:02
Naja, Polizisten sind auch nur Beamte, oder?
.... dabei müssten die doch daran interessiert sein, sich mit einem weiteren aufgeklärten Mord zu schmücken.