Die Community für alle mit Spaß am Lesen und Schreiben.
Gemeinsam - schreiben wir ein Tagebuch. Mit Geschichten, Gedanken, Briefen, Humor, Satire, aber auch mit Ernsthaftigkeit oder Traurigkeit. Jeder, der möchte, der etwas zu sagen hat oder dem einfach nur langweilig ist, kann mitschreiben. Hinterlasst euren Beitrag einfach als Kommentar oder schickt ihn per Email an uns. Euer Locus Pocus - Kultur in Europa Team.
& "Locus auf Reisen"
... die "LOCUS-Außenkorrespondenten" berichten ...
Es fing vor gut 9 Jahren an,wo ich das erste Mal das Land besuchte.Und ich ahnte nicht wie sehr mich diese Land beeindrucken und Bann ziehen würde.Die Kultur die Jahrtausende überstanden hatte,faszinierte mich von Anfang an.Die Bauwerke machten den Anschein als würden sie erst jetzt erbaut. Die Menschen die damit lebten was ihre Vorfahren ihnen hinterlassen...Mancher Orts scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Ich durchlebte eine Reise voller Gegensätze ..die Vergangenheit gepaart mit der Gegenwart , aber alles harmoniert.
Ich konnte mich nur schwer trennen von dem Land und ich wußte es wird kein Abschied sein für immer.Es sollte jedoch 8 Jahre dauern bis zum Wiedersehen.
In der Zwischenzeit sammelte ich alles was es gibt,nur damit ich dem Land nah sein konnte...Bücher,Bilder,Zeitungsberichte ,Nachbildungen von "Statuen" in Miniaturausführung....Ich hab alle wahnsinnig gemacht ....80% meiner Bücher beschäftigen sich mit dem Land egal ob Reiseführer,Bildbänder oder historische Romane.Selbst jetzt wo ich nur darüber schreibe bekomme ich Fernweh.
Letztes Jahr hab ich mir meinen Traum erfüllt und kehrte zurück in mein Land.
Es hatte sich vieles verändert,doch was blieb war die Kultur....die Menschen. die so ungezwungen in den Tag hinein leben.
Jeder Tempel,jeder Ort beeindruckte mich wieder neu.Ich hab mir in dem Moment gewünscht die Zeit könnte stehen bleiben....oder es könnte eine Zeitmaschine existieren wo ich mich in die Zeit beamen lassen könnte wo dieses Land sein Aufschwung hatte und wo ich live miterleben konnte wie all die Schätze entstanden sind.
Natürlich liebe ich auch das Meer,was das Land mit ausmacht,schließlich fliegen Millionen Touristen jedes Jahr dahin zum Tauchen.
Ich weiß dieses Land wird für immer meine Leidenschaft sein .........Diese Leidenschaft und dieser Traum wird mich nie loslassen MEIN ÄGYPTEN . ...Ich komme wieder...............
Es war echt ein Traumwetter diesen Samstag in Klissura. Fast windstill, Sonne und strahlend blauer Himmel den ganzen Tag über.
Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis für sie, von der Klissura-Brücke zu springen. Hat sich ihr Leben nach dem ersten Sprung verändert? Kaum. Nur das, dass wann immer sie eine Brücke sieht, denkt sie an Bungee. Das macht wohl süchtig.
Den ersten Sprung empfand sie damals als einen Sprung ins Nichts. Sie hat weder etwas gesehen, noch etwas gefühlt oder sonst einen Eindruck gehabt. Das erste Anschlagen am Endpunkt des Bungees hat sie also regelrecht mental verpasst. Um sie herum war einfach nichts, sie war nichts. Keinen einzigen Gedanken gedacht. Erst als sie das erste Mal zurück katapultiert wurde, hat sie den ersten Gedanken gefasst und konnte sehen, fühlen und nachvollziehen, dass sie an einem Bungee hing und wieder zurückschnellte. 3-4 Mal immer wieder rauf und runter, rauf und runter...
Heute stand sie vor ihrem nächsten Sprung, dem 6. oder 7. Ein 40m Free-Fall von einer 62m hohen Brücke. An der Brücke angekommen kam es ihr fast vor, als würden die paar Minuten Anmeldung und Information wie eine einzige Sekunde vergehen, denn schon nach kurzer Zeit rief man nach ihr. Sie stand auf der Warteplattform. Ein tiefer Schrecken ergriff sie, ihre Muskeln wahren wie gelahmt, das Herzklopfen in ihren Ohren wie betäubend. Ja, eine riesengroße Angst schlich sich in sie ein. Die Nervösität stieg ins Unermessbare, als der Crew sie nochmals rief. Unten waren die Freunde aus dem Vertical World-Club, die ihr freundlich zuwinkten und laut jubelten, um ihr Mut zu machen. Nun stand sie schon auf der Absprungrampe, der Straße, auf welcher es kein Zurück mehr gibt! Die letzte Minute vor dem Jumping... Sicherung rein, Seil fest, Sicherung raus und fertig werden... Sie trat an die Kante. Dann hieß es nur noch: "Nimm die Arme hoch, Körperspannung, Kopf in den Nacken. Ich zähle jetzt bis drei, und bei drei läßt du dich einfach nach vorne fallen."
"Man muss ganz schön bescheuert sein für diesen Stunt...", war ihr letzter Gedanke vor dem Sprung, doch man zählte schon. 1-2-3-Bungeeeeee. Dann flog sie.
Sie wurde schneller und schneller und alles schien um sie herum zu verschwinden. Sie weiß nicht mehr wie lange, aber auf dem Rückweg nach oben schrie sie ihre Freude nur so heraus. Schreien hilft dabei sehr zum vollständigen Erlebnis, mußte sie feststellen. Angst, Anregung, Freude, Adrenalin... einfach der totale Rausch. Sie wurde noch ein zweites und ein drittes Mal zurück nach oben gefedert, dann pendelte sie aus und baumelte noch ein bisschen am Seil hängend, bis sie langsam abgeseilt wurde.
In Portugal habe ich es mir angewöhnt, dass ich alles selbst mache. Als ich hier ankam, da war einiges noch so weit hinter dem Mond, dass man bei vielen Dingen auch gar keine andere Wahl hatte. Z.B.: Gab es keine Dachlatten zu kaufen, jedenfalls nicht zu einem Preis, der halbwegs gerechtfertigt gewesen wäre. Also habe ich mir dicke Schalbretter bestellt und diese dann, mit meiner aus Deutschland mitgebrachten Kreissäge, in 40 oder 50 mm breite Latten zurechtgeschnitten. Oder wenn ich einen Winkel gebraucht habe, um z.B. Holzbalken zu verschrauben, dann habe ich mir beim Schlosser Bleche geholt, diese zurechtgebogen und Löcher für die Schrauben reingebohrt. Wenn mein Vergaser kaputt war, dann hab ich ihn - learning by doing - ausgebaut, sauber gemacht und dann wieder eingebaut, ich hab an den Bremsen rumgebastelt, einen Sicherungskasten eingebaut oder ich hab mal meine Waschmaschine auseinander genommen und - oh Wunder - das Problem gefunden und beseitigt. Ich hab Gasleitungen verlegt, Wasserleitungen und Stromleitungen. Und einmal hab ich sogar mein Haus alleine an das örtliche Stromnetz angeschlossen. Da muss man auf so einen 9 m hohen Strommast klettern und ... na ja. Jedenfalls hatte ich von den meisten Sachen vorher keine Ahnung. Und mir konnte auch niemand richtig helfen. Also musste ich immer das volle Risiko eingehen. Manchmal hab ich sogar mit meinem eigenen Leben gespielt. Was ich damit fragen will, ist: Wie weit darf man gehen, wenn man nicht bereit ist – aufzugeben? Hat jeder Mensch sein eigenes Limit - für das, was er sich noch alleine zutraut und für das, was ihm dann doch zu riskant ist? Oder sind es die Umstände, die einen Menschen immer weitertreiben und ihn zum Spieler mit dem eigenen Leben werden lassen? Oder würde mancher gar lieber sterben, als zuzugeben, dass er Hilfe braucht?
Diese Woche verlief recht unspektakulär und ich komme mir vor wie der Zeitungsredakteur oder Autor, der vor seiner Schreibmaschine sitzt, stilecht mit dem weißen, leeren Blatt Papier natürlich .... und mit der deadline im Nacken schwitzt. Auch mal eine neue Erfahrung.
Nun, wenn es nichts neues gibt, erzählt man was altes: Ich erzähle ganz einfach mal die LOCUS-Story, wie ich sie erlebt habe.
Die älteren Leser werden sich noch an den Mauerfall 1989 erinnern können und die damit verbundene Völkerwanderung Arbeitswilliger aus der DDR gen Westen. Irgendwie gabs das ja schonmal, nur dass es da nicht um Arbeit, sondern gegen die Römer ging und auch nicht in die Ballungsgebiete, sondern in den Wald - genauer gesagt in den Teutoburger - aber ich schweife ab! Aber nicht weit genug, denn Freunde von mir verschlug es tatsächlich in besagte Gegend. Allerdings friedlich.
Dies führte zu Kontakten mit den Eingeborenen .... einige von ihnen gaben seit Ende der 1980er Jahre mit viel Engagement und Enthusiasmus eine Zeitschrift namens: "Twenty Two - Das Blatt für geistigen Müll und kreativen Abfall" - kurz TT - heraus. Dieses erschien monatlich für einen Abonenntenkreis so um die zwanzig Leute, von denen fast jeder auch unter einem Pseudonym mit Beiträgen dabei war. Anfangs noch nur als Abonnent wartete ich schon immer ungeduldig auf jedes neue Heft ...
Natürlich stellte ich sehr bald fest, dass der geistige Müll, den ich fähig war zu produzieren, für eine Beteiligung durchaus ausreichte. Einzigstes Problem: das Pseudonym. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie schwierig es ist, sich da etwas auszudenken, was einen auch einigermaßen charakterisiert ... und keine falschen Rückschlüsse zulässt. Damals war ich noch richtiger Fan eines Musikers - die pensionierten Mitleser werden ihn eventuell noch kennen, obwohl er gerade ein neues, empfehlenswertes Album herausgebracht hat: Billy Idol. (Ja genau, er sieht aus wie der Opa von Scooter, macht nur bessere Musik.) Also hiess ich fortan in TT-Kreisen "Billy I.", was sogar ein wenig adlig aussah und durchaus Rückschlüsse auf die Entstehung meines aktuellen Nicks zulässt. Dies geschah anno 1991 oder 1992 und so um Heft Nr. 20 herum.
Drei Jahre später steckte das TT in einer Krise. Das war 1994.
Aber es machte Spaß, unheimlich viel Spaß - nur die Macher wollten nicht mehr. Wir waren hier aber inzwischen schon zu viert, die mitmischten und beschlossen: Wir führen die Sache weiter!
Glücklicherweise gelang es uns noch in der letzten TT-Ausgabe einen Hinweis auf unser neues Projekt unterzubringen ... aber wie es dann weiterging, erzähle ich im nächsten Teil .... bleibt schön gespannt!
Gestern - wurde der Grimme Online Award vergeben. ... Nojo. ... Ich meine, solch einen Preis sollte es schon geben, aber wer wählt denn eigentlich die Sieger aus? Na, jedenfalls nicht ich. Man könnte doch meinen, dass das Netz genug interessante und innovative Seiten zu bieten hätte, die auch und vor allem von Amateuren betrieben werden. Eine riesige Auswahl an anarchischer Kreativität, die es wert gewesen wäre, auch durch einen Preis gewürdigt zu werden. Aber stattdessen verteilen die Herrschaften aus dem Mediengewerbe mal wieder die Lorbeeren unter sich. Und - Wikipedia - dient da wohl nur als Alibi. Und ... nojo ... bei Wikipedia, da kann man ja auch nicht viel falsch machen.
Etwas Positves gab es aber doch: Zum ersten Mal wurde ein Blog mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.
Leider - wird aber auch dieses Blog wieder nur von Profis betrieben. Von vier Medienjournalisten, die unter Pseudonym schreiben. Vielleicht bekommt ja im nächsten Jahr mal ein Amateurblog einen Preis. *ggg*
Sunday, July 03, 2005
EIN ( fast ) NORMALER GRILLABEND
Es war geschafft,mein letzter Nachtdienst ist vorbei und meine freien Tage können kommen.Ich freute mich wahnsinnig auf den Nachmittag und den Abend den ich bei Freunden verbringen wollte.Ich war eingeladen zum Grillen und besser kann doch gar nicht mein Frei beginnen.
Am Nachmittag ging es los mit einem Marathoneinkauf durch sämtliche Supermärkte...Würstchen hier,Steaks da und den Rest stopften wir alles in den Einkaufswagen....Das erste hatten wir schon mal, nun fehlten eigentlich nur noch die Getränke...Also rein ins Auto und zum Getränkemarkt...Kasten Bier,Spirituosen,Sekt und Wein und Cola ...naja was man halt so braucht.
Als wir nach gut zwei Stunden im Garten ankamen,sdtürzten sich die Männer wie Hyänen auf das Bier....waren wie ausgetrocknet nachdem sie schon seit früh versuchen eine Wasserleitung im Garten zu legen.
Der Abend schritt voran und nun hieß es wir Mädels sollten schonmal den Grill vorbereiten.Mich traf fast der Schlag als ich mir das Teil näher ansah...Der mußte erstmal gereinigt werden.Und ich schritt zur Tat...naja und wer mich kennt der weiß ich ziehe Schmutz regelrecht an wie ein Magnet und somit war dann mein weißes Tshirt nicht mehr zu erkennen.
Mittendrin schrie aufeinmal mein Kumpel auf ,er hatte sich mit der Stichsäge in die Hand gesäbelt...das Blut tropfte und wie typisch für die Chaoten,kein Verbandszeug vor Ort...Der Sohn eine Freundin rannte in deren Garten und holte den Verbandskoffer....Somit konnte ich die Wunde erstmal versorgen...noch eh ich fertig was ,klappte meine Freundin zusammen...ihr war das zu viel...naja sie legte ich erstmal auf den Rasen und legte die Beine nach oben.
Sie erholte sich schnell und konnte mir helfen den Grill zu bedienen,somit war erstmal der Abend gerettet....
Die Flaschen leerten sich und die Männer,naja auch wir wurden voller * grins*....Einige konnten nicht mehr gradeaus laufen ...so zum Beispiel ein Bekannter,er tönte mit lauter Stimme..."ich schaff das schon"...naja und es kam wie es kommen mußte mitten im Garten stürzte er mit dem Gesicht auf den Weg......Platzwunde am Kopf,Knie offen und Handflächen aufgeschürft...Ist man gut das noch Verbandszeug da war......
Mit vereinten Kräften schleppten wir den guten Mann in seinen Garten........
Ich war derart k.o. so daß ich keine Kraft mehr hatte nach Hause mich zu bewegen und ich schlief im Garten meiner Freunde....
Sicherlich stellt man sich einen gemütlichen Grillabend anders vor aber ich freue mich schon auf das nächste Mal....
LG Annett
Ok.. es ist wieder ein neuer tag.. nur.. was mache ich damit??
Diese frage stelle ich mir meist schon vor dem aufstehen *g*
ok.. werde dann erstmal das risiko eingehen, und mich mal aus meinem bett bewegen. dabei stelle ich fest, dass ich schon wieder verschlafen hatte.
Toll - meine morgendliche routine ist hin.. und ich? hektik...
und das kann ich ja nun gar nicht leiden!!! ich weiss noch nicht mal, was ich als erstes machen soll. katze füttern? mich anziehen? oder kaffee machen? hmm.. eigentlich .. katze mault schon.. ich friere.. und.. mein körper braucht kaffee. gut, ich füttere die katze. gehe ins bad.. danach ziehe ich das an, was mir als erstes aus dem schrank entgegenfällt.
ein krititscher blick vorm spiegel - ja.. so kann man gehen!
oh.. dann fällt mir ja noch ein, dass ich meine tasche noch packen muss.. habe ja schliesslich einiges mitzuschleppen, wenn ich zu dem ort muss, wo einem irgendwie noch was beigebracht werden soll, was man im berufsleben vielleicht brauchen könnte.
berufschule.. gut.. hatte mich also mit diesem gedanken wieder angefreundet.
also.. tasche packen!
in meinem kopf hämmerte es ... KAFFEE, ... KAFFEE...
gut.. dann.. fiel mir ja auch noch ein, dass ich noch etwas zum trinken haben wollte und sich das dafür benötigte material noch in meinem keller befand.. na suuuuper...
ok.. ich rannte schnell barfuss, mir nebenbei einen zopf machend, die treppe herunter. (dass ich mich dabei fast der länge nach hinpackte, is nicht weiter wichtig)
während ich im keller war.. KAFFEE...KAFFEE..
als ich wieder oben war.. hatte ich als erstes meine zigaretten im auge.. ok.. rauchen.. sonst bin ich ungeniessbar.. also.. zigarette an.. und.. in meinem kopf.. KAFFEE...KAFFEE..
ich ging, während ich meine zigarette anzündete, in die küche und wollte gerade den wasserkocher anstellen, als mein handy klingelte..
NEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN! mein fahrer stand vor der tür..
kein KAFFEE... KEIN KAFFEE!! der tag war gelaufen..
und im auto dachte ich noch..
"so... heute gehst du früher ins bett.. dann verschläfst du morgen nicht!"
Thursday, July 07, 2005
Terror – immer wieder Terror
Ich muss zugeben, dass ich auch dieses Mal wieder mit gemischten Gefühlen vor dem Fernseher sitze. Einerseits bin ich erschrocken und sehr traurig über die Bombenanschläge in London, andererseits wecken diese Ereignisse auch wieder den Voyeur in mir, der neugierig jede neue Nachricht verfolgt.
Dann erinnere ich mich an die Fernsehbilder von New York und Madrid und ertappe mich dabei, wie ich die vorangegangenen Anschläge mit dem Heutigen vergleiche.
Grad der Zerstörungen, Zahl der Verletzten, Zahl der Toten, wie groß ist das Chaos und die Verunsicherung, die in dem betroffenen Land entstanden sind und was sagt die Börse dazu?
Bin ich schon so abgestumpft?
Doch wenn ich die Nahaufnahmen von den Gesichtern der Opfer sehe, dann kommen andere Erinnerungen in mir auf. Von eher persönlichen Erlebnissen. Ich sehe Bilder von einem Autounfall, oder wie ein Mensch mit fahlem Gesicht vor Schock wie paralysiert ist. Ich erinnere mich an Todesangst und daran, wie verletzlich der menschliche Körper doch ist, wenn er gewaltsam mit harter Materie zusammentrifft.
Gärtnern ist nicht gerade etwas, das ich gut kann. Und ich gebe mir auch immer die größte Mühe, einige Blumensorten auseinanderzuhalten und mit Namen anzusprechen, aber meist gelingt es mir doch nicht. Na gut - Rosen und Tulpen kenne ich, aber bei Balkonpflanzen tappe ich schon im Dunkeln und das nicht nur nachts!
Als Besitzer eines Balkons musste ich mir da kürzlich etwas überlegen. Sonnenblumen schienen die perfekten Bewohner zu sein: sie sind sehr leicht von Pelagonien zu unterscheiden, sie sehen sehr motivierend aus und sind für einen Balkon - zumindest in meiner Gegend - ein wenig extravagant. Ich - der Revoluzzer, der Che Guevara unter den Balkongärtnern!
Also begann ich 2004 mit der Sonnenblumenzucht. Zunächst noch sehr bescheiden mit einem Wassereimer, in dem meine Schützlinge heranreiften, von denen es sogar eine schaffte, den Balkonsims zu erklimmen und sich der weiten Welt zu präsentieren. Diese weite Welt bestand dann aus der Nachbarschaft, die mich lobend auf mein Gewächs hin ansprach und den floristischen Kämpfer in mir so kurzerhand neutralisierte.
Freunde schenkten mir zum Geburtstag ein Sonnenblumen-Starter-Set, was mich in die Welt der Profi-Züchter einführte. Dieses bestand aus einem Pflanzgefäß, Blumenerde, verschiedenen Sonnenblumensamen und einer großen Plastiksonnenblume falls es zu gärtnerisch-menschlichem Versagen - sozusagen dem biologischen Balkon-GAU - kommen sollte. Bisher habe ich die Ersatzblume nicht gebraucht - die Originale sind nun ca. einen halben Meter hoch ...
... und ich habe - wie jeder richtige Revolutionär eine Tarnung - einen spießigen Balkonkasten mit bunten Gewächsen, deren Namen ich leider nicht mehr weiß.
Nun was macht eigentlich eine Freundschaft aus???
Ich sage ja immer " Geben und Nehmen",Vertrauen,Toleranz...
Aber es gibt auch welche, bei denen man sich nicht sicher sein kann......wie zum Beispiel bei dieser hier beschrieben....
Man kennt sich gut, 20 Jahre, hat dieselbe Schule besucht...gut ok. Einige Jahre war mal Funkstille, "Sie" hat woanders eine Ausbildung gemacht und hat sich, nachdem "Ihre"Beziehung gescheitert ist, mal wieder an die gute alte "beste" Freundin erinnert.
Man sah sich öfters..alles schön und gut,aber nachdem ich meinen Laptop etc. hatte, sah man sich fast jeden Tag.Klar "Sie"konnte kostenlos im Internet surfen und was zu essen gab es auch immer.Aber nicht dass man denkt, naja, man könnte ja auch mal was mitbringen,aber woher denn ...ins gemachte Nest setzen, ist doch einfacher.
So nun lernte ich jemanden übers Internet kennen und was machte "Sie"...mischte sich vollends ein, so dass schon da die "Freundschaft"am seidenen Faden hing..Aber ich sagte mir ,so eine lange "Freundschaft"gibt man nicht so schnell auf.
Man plante den gemeinsamen Sommerurlaub,ok.ich konnte ja übers Internet schauen..hab ich auch...aber nicht dass mal ein Vorschlag von "Ihr" kam....
Als schon gebucht und dann bezahlt war, was kam dann? "Sie" konnte sich die Reise gar nicht leisten.Naja der "Freundschaft" zuliebe einigten wir uns, ich zahle erst mal und "Sie"zahlt es mir dann zurück.
Und der Urlaub war nicht gerade prickelnd,"Sie" zeigte mir schon da "Ihr" wahres Gesicht.
Es ging bis vor 3 Monaten noch halbwegs gut....Irgendwann hatte ich genug , jahrelang hab ich reingebuttert..und eines Tages hatte ich mal keine Zeit für "Sie" und es kam zum Bruch....Viele unschöne Worte sind gefallen,aber das Schlimmste, was eingetreten ist, dass "Sie" auf die Idee kam, mich mit "Ihren"Urlaubsschulden unter Druck zu setzen...ich sollte es schriftlich beweisen.Und ich Trottel hatte nix Schriftliches in der Hand...Ich war ja der Meinung, wenn man es sich nicht leisten kann, in den Urlaub zu fliegen, dann könnte man es ja verschieben..."Ihr" Kommentar war--hätte ich es so gewollt, dann hätte ich es auch gemacht--Naja und ich rannte mir einen ab, dass ich was in der Hand hatte,und "Sie" wollte dann noch nicht mal das Schriftstück unterschreiben.
Ich dachte eigentlich wir sind erwachsene Menschen,aber langsam zweifle ich echt daran, ob es noch wahre Freundschaft gibt.
Für mich ist es garantiert keine wahre Freundschaft,und es ist traurig nach fast 22 Jahren zu erkennen, wie der Mensch wirklich ist, bei dem man eigentlich dachte, ihn zu kennen