Gemeinsam - schreiben wir ein Tagebuch. Mit Geschichten, Gedanken, Briefen, Humor, Satire, aber auch mit Ernsthaftigkeit oder Traurigkeit. Jeder, der möchte, der etwas zu sagen hat oder dem einfach nur langweilig ist, kann mitschreiben. Hinterlasst euren Beitrag einfach als Kommentar oder schickt ihn per Email an uns. Euer Locus Pocus - Kultur in Europa Team.
& "Locus auf Reisen"
... die "LOCUS-Außenkorrespondenten" berichten ...
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So 16. Okt 2005, 15:28

Sunday, July 10, 2005
Bookcrossing

Heute gibt es in der Welt 374 023 Menschen, die ein eigenes Buch einfach so an öffentlichen Stellen freilassen können – z.B. in Cafes, im Park, im Zug, Bus oder Flugzeug, oder einfach irgendwo anders, wo es von anderen Leuten gefunden werden kann. Diese Leute, Bookcrosser genannt, sind auch dazu bereit, ihre Bücher anderen Gleichgesinnten weltweit zu schicken, nur weil jemand diese Bücher lesen möchte? Bookcrossing (aus dem Englischen: „Stelle, wo die Wege der Bücher sich kreuzen“) ist ein online funktionierender Buchklub. Die Mitglieder dieses Klubs kommentieren, tauschen, suchen, schicken oder lassen ununterbrochen Bücher frei.

Wie funktioniert das eigentlich? Bei der Anmeldung erhält jeder Bookcrosser eine eigene Page, die bookshelf heißt. Dort kann er sich vorstellen und seine Lieblingstitel angeben und selbstverständlich auch die Bücher, die er mit anderen Leseratten weltweit teilen möchte. Wenn ein Buch auf der Seite http://www.bookcrossing.de/ registriert wird, bekommt es eine BCID (bookcrossing ID). Dieser ID-Nummer folgend könnte man dem weiteren Schicksal des Buches nachgehen.
Die Bookcrossers lassen gern ihre Bücher frei. Mit einer entsprechenden Beschriftung, einer Erkärung sowie mit der BCID versehen, werden die Bücher an öffentlichen Stellen gelassen, wo eine relativ große Wahrscheinlichkeit besteht, von anderen Interessenten gefunden zu werden. Das nennt sich eben wild release. Wenn das Buch von jemandem gefunden wird, so nimmt man an, dass der neue Leser brav sein wird und auf die Seite kommt, um sich selber und das Buch zu registrieren. So weiß der ehemalige Besitzer, dass sein Buch schon ein neues Zuhause gefunden hat.

Bookrings, bookrays, bookboxes und booktrade sind bei den Bookcrosses auch sehr beliebt.
Beim bookring handelt es sich um ein Buch, an dem mehrere Bookcrossers interessiert sind. Das Buch kommt bei ihnen an, wird gelesen und danach wieder weiter verschickt. Schließlich kehrt das Buch zu seinem Besitzer wieder zurück. Das Porto wird immer vom Absender bezahlt.
Bei bookrays geht es im Großen und Ganzen um dasselbe, nur dass das Buch nicht zu seinem ursrünglichen Besitzer zurückkehrt, sondert weiterreist, solange Interesse am Lesen besteht. Am Schluß wird es meistens wieder freigelassen.
Ein Bookbox ist ein Paket von mindestens 3 Büchern von ein und derselben Gattung. Dieses Paket reist ebenso von Bookcrosser zu Bookcrosser, und jeder von ihnen darf beliebig viele Bücher aus dem Paket mit eigenen ersetzen. Booktrade ist das Tauschen von Büchern zwischen Bookcrossers.

Der BC ist eine Art Hobby. Aber nur eine Leseratte zu sein, reicht dabei doch nicht. Es ist wichtig, dass man Lust und Spaß daran hat und es mitmachen möchte.

Ich denke, der BC ist eine sehr schöne Idee. Wenn ich jetzt auf meine Bücherschränke schaue, stelle ich fest, dass eine ganze Menge Bücher da liegen, die ich mit Sicherheit nie mehr lesen möchte. Einige davon finde ich sogar gar nicht interessant; andere dagegen doch, aber das Vergnügen dabei war sehr schnell vergänglich, nur solange das Lesen dauerte. Ich weiß doch, dass ich diese Bücher nie wieder lesen würde. Warum nicht, sie einfach freilassen, da wo sie neue Leser finden könnten? Warum nicht, sie sogar durch die Welt reisen lassen, wo sie bestimmt mehr Leser erreichen sollten? Das Freilassen von Büchern ist sicher ein Abenteuer, und es lohnt sich bestimmt, erlebt zu werden. Die Auswahl eines passenden Platzes, wo das Buch gelassen wird, das Versehen mit den entsprechenden Zeichen, damit man merken kann, dass es nicht verloren wurde, das Lauern auf den passenden Moment, damit man es so lassen kann, dass es nicht gleich auffällt, dann die Erwartung, ob jemand es findet und auf der Seite registriert? Werde ich je erfahren, an wen das Buch gelang? usw. Der BC ist die beste Möglichkeit, eine ganze Menge interessanter Bücher zu entdecken, Autoren kennen zu lernen, die man noch nie gelesen hat.

Ich würde BC gerne mitmachen.
Und ihr?

posted by hellymod

So 16. Okt 2005, 15:28

So 16. Okt 2005, 15:32

Tuesday, July 12, 2005
Hunde.., wollt ihr ewig leben?

Ich hatte letztens eine kurze, "interessante" unterhaltung mit einem bekannten. Er hatte den film "van helsing" gesehen und musste mir sogleich davon berichten. während des gesprächs erwähnte ich mehrmals, dass er mir nicht den ganzen film zu erzählen braucht, da ich den film gleich am erscheinungstag im kino gesehen hatte...- es wurde gekonnt überhört, wahrscheinlich weil die eindrücke des films meinen bekannten zu sehr gefesselt hatten, als dass er darauf verzichten könnte, alles von der ersten minute an mit seinen eigenen worten wiederzugeben.

ok.. ich schweife ab. zurück zum eigentlichen thema: in diesem film geht es um einen mann, der...bla bla bla..
AUF jeden fall taucht dort eine DRACULA-figur auf... und das war ja ein anstoss zum diskutieren mit dem, wie bereits erwähnt, total film-faszinierten menschen.

der satz, der mich dazu brachte, mich auf eine diskussion mit diesem doch manchmal sehr dummen erdenbewohner einzulassen, lautete wie folgt:

"ich möchte auch ewig leben..so wie dracula. einfach unsterblich sein."

zuerst versuchte ich zu ignorieren was er gesagt hatte.. aber.. so wie ich bin, konnte ich das nicht im raum stehen lassen. (sowas geht bei mir, einem menschen der eh nicht wirklich an seinem eigenen leben hängt, sowieso nicht, dass ich solche aussagen unkommentiert lasse) also fragte ich ihn:

"warum möchtest du das denn?"

--> naja, so kannst du alle zeiten miterleben.. kannst nie sterben (ach nee..wirklich???) und kannst auch nicht verwundet werden.

(dass mit so einer antwort ganz und gar nicht zufrieden war, kann man sich vorstellen..)

"aber was hast du davon, wenn alle anderen um dich herum nach und nach sterben, nur du nicht? du bleibst.. egal was kommt. musst alle schrecklichen dinge mitansehen die auf der erde noch so passieren könnten. irgendwann hast du keine ziele mehr in deinem leben, weil du für alles genug zeit hattest... und es erfüllen oder verwirklichen konntest. was ist dann?"

--> aber es ist doch schön, wenn man keine angst mehr vor dem tod haben muss!

(dass DIESES argument bei MIR NICHT zieht.. nachvollziehbar. noch dazu hat er damit ja nicht im geringsten meine vorher gestellten fragen beantwortet)

"aber hat man denn nicht angst vor dem nächsten tag, an dem man nicht mehr weiss was man tun soll? und.. klar, körperlich kann man nicht verwundet werden, aber was ist mit dem seelischen aspekt?

--> ach.. dass du jetzt wieder mit der seelischen sache kommst, war ja klar. Ach.. wenn man unsterblich ist, denkt man über solche dinge bestimmt nicht nach. da freut man sich eben, weil man ewig lebt. mehr nicht!

gut.. da hatte ich keine lust mehr. wer möchte denn mit jemandem diskutieren, der argumente und fragen ignoriert? und dazu noch selber eher dumme begründungen für eine aussage abgibt? begründungen, die keinen sinn ergeben? wer möchte mit jemandem ernsthaft diskutieren, wenn derjenige dinge, die zum diskutieren anregen, sagt, aber doch nicht wirklich darüber nachgedacht hat, was er da eigentlich gesagt hat??

Also...ICH NICHT!

posted by chrizzz-tine

So 16. Okt 2005, 15:33

Wednesday, July 13, 2005

Huch – wer bist denn Du?

Sag ich nicht!

Was? Unverschämtheit! Wie hast Du es überhaupt geschafft, Dich hier unbemerkt anzumelden?

Sag ich nicht!

Jetzt reicht es mir aber gleich. Sag mir sofort, was Du hier willst.

Sag ich nicht!

Bist Du vielleicht ein V-Mann. Wegen dem Terror und so?

Sag ich nicht!

Oder bist Du gar ein Spion aus einem Achse-des-Bösen-Land?

Sag ich nicht!

Kannst Du auch noch was anderes, als „Sag ich nicht!“ sagen?

Sag ich nicht!

Jetzt werde ich aber wild. Du bist doch bestimmt irgend so eine Hacker-Göre, die noch nicht ganz trocken hinter den Ohren ist, aber Bits und Bytes schon mit der Muttermilch aufgesogen hat. Das sind mir die Richtigen. Handy, Laptop, iPod! Rumhacken können wie die Großen, aber nicht in der Lage sein, sich mit mehr als drei Wörtern zu artikulieren, oder hab ich nicht Recht?

Sag ich nicht!

posted by Heute zu Gast?

So 16. Okt 2005, 15:36

Thursday, July 14, 2005
Wenn der Müllmann zweimal klingelt

Bild

Also - in Portugal gibt es keine Mülltrennung, wie man es in Deutschland kennt. Es stehen zwar, an einigen Orten, Container für Altglas, Papier usw. , aber im Grunde kann man alles, was man so an Abfall produziert, in eine von den großen öffentlichen Mülltonnen schmeißen.
Ganz richtig: Öffentlich. In Portugal gibt es keine Privatmülltonnen. Stattdessen findet man überall verteilt - in Dörfern und in Städten - große viereckige, mit Rollen versehene, Müllbehälter, die mehr oder weniger im Verhältnis zu der umliegenden Population aufgestellt sind. Natürlich kann es auch seine Nachteile haben, wenn die Verteilung der Mülltonnen alleine auf den Einschätzungen der Öffentlichen Hand beruht. Da kann es vorkommen, dass der eine - so eine Stinkbombe mit vier Rollen - direkt vor seinem Schlafzimmer stehen hat und der Dumme ist und die anderen sich darüber freuen, dass sie ihren Müll nicht bei sich zu Hause lagern müssen, sondern ihn fröhlich auf irgendwelche leeren Tonnen, möglichst nicht in der Nähe des eigenen Heimes, verteilen können. Besonders begehrte Ziele von Mülltouristen sind diejenigen Behälter, die im Schatten eines Baumes stehen. Denn im Schatten, da macht das Abfallentsorgen gleich den doppelten Spaß. Normalerweise schmeißen die Anwohner ihren Müll in die nächstgelegene Mülltonne. Und eigentlich läuft diese Abfallgeschichte, obwohl es keine Regeln und keine Müllpolizei gibt, auch ziemlich entspannt und problemlos ab. Nur halt derjenige, dessen nächstgelegene Tonne im Schatten steht, der hat Pech gehabt. Denn die ist nämlich - immer - schon voll. LOL

posted by Schubert

So 16. Okt 2005, 15:37

Friday, July 15, 2005
Sinn & Unsinn unserer Zeit

Ich bin dran! Heute ist Freitag, der Locuspocus-Blog wartet auf meinen Eintrag und ich sitze hier und grüble über eine passende Idee.

Man stelle sich vor, ich würde mich hier sätzeweise darüber auslassen, dass mir nichts einfällt - dieses Thema ist wirklich ausbaufähig und ich hätte im Nu einen Beitrag gefüllt - aber das wäre nun wirklich völlig langweilig. Und genau deshalb muss ich mir etwas anderes und wirklich interessantes ausdenken!

Zum Beispiel einen Beitrag über das drohende Abschmelzen der Polkappen ... Was das mit Europa zu tun hat? Nun, ich habe heute einen Bericht im Fernsehen gesehen, in dem es um die Gefahren beim Grillen ging. Ja, in Thüringen wären da einige Unfälle passiert (man kennt das ja: Angetrunkene, die in den Grill fallen und so), aber das wirklich witzige an dem Bericht war, dass dazu Bilder von Leuten gezeigt wurden, die am Strand grillten. Hm ... Thüringen .... Strand.

Jetzt geht es hier mit dem Tourismus aufwärts, dachte ich. Sicher sind gestern abend halb neun die Polkappen abgeschmolzen und haben die Ostseeküste nach Thüringen verschoben. Ich schaue ja nun auch nicht permanent Tagesschau oder die Morgengrauen-News, so dass mir so eine Meldung schon mal durch die Lappen gehen könnte. Ich vermute auch, dass einige Fernsehsender lieber über eine toootal aufregende Geburt eines Kindes oder Welpen - oder was man noch alles so zur Welt bringen kann - berichtet als über langweilige Erdpole und deren Kappen.

Und wenn gerade keine aktuelle Geburt verfügbar ist oder man die letzten drei Tage schon über verschiedene glückliche Ereignisse berichtet hat, dann ist eben mal wieder ein Häuslebauer dran, der von den Firmen über den Tisch gezogen wurde oder mit dem Amtsschimmel kämpft.

Früher hiess das Brot und Spiele .... und welchen Zweck es hatte, weiß man ... aber ich schweife ab von den Polkappen oder nein: Eigentlich wollte ich ja nur einen interessanten Beitrag schreiben. Thema gründlich verfehlt!

posted by Billy

So 16. Okt 2005, 15:39

Saturday, July 16, 2005


Bist Du schon wieder da, Du Göre. Sag mir jetzt deinen Namen!

Sag ich nicht!

Ach - bitte - sag mir doch, wer Du bist.

Sag ich nicht!

Ich schenk Dir auch was.

Sag ich nicht!

Was richtig Schönes.

Sag ich nicht!

Du kleine miese PIEP. Ich hau Dir eine in deine PIEP PIEP. Wenn ich mit Dir fertig bin, dann PIEP aus der PIEP. Du PIEP PIEP PIEP. Ich werd’ Dir deine PIEP PIEP PIEP PIEP PIEP PIEP ....

Aus Gründen des Anstandes und der Moral müssen wir diese Unterhaltung hier leider unterbrechen. Wir bitten dafür um ihr Verständnis.

posted by Heute zu Gast?

So 16. Okt 2005, 15:40

Monday, July 18, 2005
Der Zahn der Zeit

Sie steht an ganz besonderen Plätzen in der Stadt und ist ein verlockender Anblick für den müden Fußgänger. Sie bietet ihre Dienste an. Ganz umsonst! Auf ihrem schön geschwungenen Rücken befindet sich ein kleines ovales Schild mit einer Namensliste. Darüber stehen in schwarzer Schrift die Worte: Altstädter Hochzeitsbank zu Sofia. Man wird über das Datum der Eheschließungen informiert und erfährt, dass dieses wichtige Ereignis bei einigen Brautleuten erst vor kurzer Zeit stattgefunden hat.
Gerührt setze ich mich auf die schon etwas wackelige Bank und überlege, ob sich inzwischen das eine oder andere Pärchen bereits über Nachwuchs als sichtbares Zeichen einer hoffentlich unvergänglichen Liebe freuen kann. Ganz sicher kommen die glücklichen Eltern mit ihren Kindern oft hierher. Und wenn der Zufall es will, treffen sie auch die anderen Brautpaare und die Freude ist groß. Doch halt! Gibt es da nicht eine Statistik, wonach jede dritte Ehe wieder geschieden wird? Bekommen die Betroffenen ihren Anteil an der gemeinsam finanzierten Hochzeitsbank dann wieder zurück oder können sie ihn als „verlorene Investition“ steuerlich absetzen?
Der Zahn der Zeit nagt an allem: An Bänken und an Ehen!

posted by hellymod

So 16. Okt 2005, 15:41

Tuesday, July 19, 2005
Die nutzlosigkeit der praktikanten...

Also.. wir haben auf arbeit seit einigen wochen einen praktikanten. Und ich frage mich ernsthaft, was meine chefin sich dabei gedacht hat. Er ist ein netter typ, klar.. aber weder bereit wirklich etwas zu lernen, noch sich ernsthaft mit seinen von der schule gestellten aufgaben zu befassen. Und das schlimme ist..

„ christine, kümmerst du dich ein bisschen um H****, ja? Zeig ihm mal wie das .. und das geht...“
---------> na klaaaaar mach ich das. Was bleibt mir auch anderes übrig? Dass ich meine eigenen aufgaben dann nicht mehr wirklich schaffe, scheint im moment wohl nicht wichtig zu sein.
Naja.. statt hier auf arbeit schlechte witze zu reissen, sollte er lieber auf einer bühne stehen.. als alleinunterhalter, der mit tomaten beworfen wird!
Gut.. pflichtbewusst wie ich bin, jedoch nicht wirklich mit geduld gesegnet, zeige ihm einige dinge, mit denen er sich die nächsten tage beschäftigen soll.
Ok, mann kann nicht davon ausgehen dass er alles gleich beim ersten mal versteht, aber wenn ich ihm einige dinge dreimal erkläre und er sie nicht versteht, glaube ich kaum, dass meine mangelnde geduld daran schuld ist, dass ich kurz vorm ausrasten bin. Nebenbei schiele ich auf meinen schreibtisch und sehe, dass mir dort schon wieder was hingelegt wurde, was ich mir zu gemüte führen soll.

„christine, machst du mit H*** mal einen geländerundgang, damit er unsere einrichtung mal genauer kennenlernt?“

-----> na klaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaar mach ich das. Denn auch hier bleibt mir ja nichts anderes übrig. Das auf meinem schreibtisch muss also noch warten. Langsam tauchte aber in meinem kopf die frage auf, ob ich.. in geistiger abwesenheit einen praktikanten für MICH angefordert hatte. Denn genau so kam es mir langsam vor. Gut, habe ich diesen rundgang nun auch mit ihm gemacht. Er, seinerseits total desinteressiert, sagte immer nur „hmmm..ja..hmm..jaja..hmmm“ während ich mir den mund fusslig redete um ihm die geschichte des klosters näherzubringen und die einzelnen häuser zu benennen. Und in gedanken.. mein schreibtisch... von papieren übersäht.. stapelweise wichtige dokumente.. eilige mitteilungen.. teure rechnungen, die bezahlt werden müssen.. (ok..nun bekam ich panik!!!)

ABER – das hatte ja noch zeit. Der praktikant war im moment wichtiger. Wieder im haus wollte ich – mir in meinem kopf der wichtigkeit der dinge, die sich auf meinem schreibtisch befanden bewusst, zu meinem schreibtisch stürmen und endlich loslegen.

„christine? Weiss H*** eigentlich, was es hier alles für abteilungen gibt? Zeig ihm die doch mal bitte und erkläre was dort so gemacht wird.“
------> na klaaaaaaaaaaaaaaaaaar mach ich das... denn auch hier bleibt mir nichts anderes übrig. Obwohl ich in mir drin schon total am protestiern war und schimpfte wie ein rohrspatz, musste ich mich doch den worten des höheren ergeben... (*grrrr*) ok, dann tat ich also auch das. Ich kam mir saublöd vor, einem total von sich überzeugtem typen zu erklären, was wie wo gemacht wird, woran er eh kein interesse hatte.

Ich schaute auf die uhr. Suuuuuuuuuuuper, schon fast vier stunden mit dem zugebracht. Und nichts von meinen sachen geschafft. Verd***!! Dann.. endlich.. konnte ich nun an meinen tisch.. arbeiten.. und ich schaffte nicht mal die hälfte von dem, was dort lag.

„christine, hast du das fertig was auf deinem tisch lag? Da war eine wichtige baurechnung mitbei, die heute noch rausmuss!!“

NEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!!!!

posted by chrizzz-tine

So 16. Okt 2005, 15:42

Thursday, July 21, 2005
Ein Tag im Leben eines Dichters ...

Um ein richtiger Dichter zu sein, da reicht es nicht aus, dass man sich ein paar Geschichten einfallen lässt und diese emsig zu Papier bringt oder dass man aller Welt freudig verkündet, man sei jetzt ein Künstler und habe - von nun an - mit gesellschaftlichen Normen und Zwängen nichts mehr am Hut. Nein, nein, man muss - und das ist eine unabdingbare Grundvoraussetzung - sich in seinem tiefsten Inneren auch zu seinem Künstler-Ich bekennen, es annehmen und die Kunst - voll und ganz - von seinem Körper und seinem Geist Besitz ergreifen lassen. Man muss dieses Bohemien-Ding auch leben, und zwar in jeder nur erdenklichen Alltagssituation. Was einem zugegebenermaßen an manchen Tagen das Leben schon einfacher machen kann. Wenn ich da an früher denke, als ich noch kein Dichter war, oh Mann.

Als ich gerade gierig den ersten Schluck Morgenkaffee nehmen will, da klopft es an die Tür: >> Dein Baum ist heute Nacht umgebrochen und direkt auf dem Haus gelandet.<< - Welcher Baum? - Frage ich mich. Und habe natürlich mal wieder von allem nichts mitbekommen. Also laufe ich um das Haus herum und dann sehe ich auch gleich die Bescherung. Tatsache! Ein Baum ist umgebrochen und auf dem Dach gelandet. ... Oder sollte ich schreiben: auf dem Dach eingeschlagen? ... Egal. ... Jedenfalls früher hätte mich so was aus der Ruhe gebracht. Und heute? Null! Ich bin ja jetzt ein Dichter, ein Bohemien, dem es ausreicht, wenn er das Sternenzelt als Dach über dem Kopf hat. Und wer braucht schon ein Haus, wo man doch auch in der Kunst ein Heim und Geborgenheit finden kann. Gewissen Personen zuliebe, die sich im Sommer - ( Wie drück ich mich am Besten aus?) - in meiner Künstleroase breit machen, habe ich mich dann doch entschlossen, mal mit meinem Architekten über die Risse in der Decke zu reden. Denn gewisse andere Personen sind halt zumeist auch keine Künstler - so wie ich - und deshalb, was ihr Dach angeht, etwas empfindlicher.

Daraufhin bin ich schnell in mein italienisches Künstlerauto gesprungen, bei dem ich aber leider feststellen musste, dass alle Gänge, außer dem Dritten, nicht mehr zu schalten gingen. Na ja - diese Italiener sind halt auch Künstler, besonders bei ihren Getrieben. Ich möchte sogar so weit gehen und behaupten, dass mein Auto eigentlich erst so richtig zu mir passt, seitdem es nur noch einen Gang hat. Sozusagen ein Kunstwerk auf vier Rädern. Leider sah das die Polizei etwas anders, als ich direkt vor ihnen, an einer stark befahrenen Kreuzung, das Anfahren am Berg - mit dem Dritten Gang - geübt habe. Aber wer könnte es ihnen verdenken, wenn sie etwas von Kunst verstehen würden, dann wären sie ja auch keine Polizisten geworden. Durch diese Erkenntnis sozusagen immunisiert, habe ich dann auch schweigend, die sehr ausführliche Ermahnung des netten Beamten über mich ergehen lassen. Um danach - nicht wie angeordnet - direkt in die Werkstatt zu fahren, sondern mir die künstlerische Freiheit zu nehmen und erst mal meinen Architekten zu besuchen. ... Also mal abgesehen vom Anfahren am Berg, ist so ein Eingangauto nicht schlecht. Ich schalte ja sowieso nicht so gerne und so, nur im Dritten, ist das Ganze fast wie Automatik. Also wenn ich ein Auto zu konstruieren hätte, ich hätte da schon ne Idee...

Na ja, wo war ich? ... Ach ja. ... Als ich dann am Büro meines Architekten ankam, hing da ein Schild: "Wegen Krankheit geschlossen". Ha, jetzt wäre natürlich jeder andere - außer mir - aufgeschmissen gewesen. Aber als Künstler, da kennt man seinesgleichen. Mein Architekt ist nämlich auch ein Bohemien und ein ausgesprochener Lass-mal-alle-Fünfe-gerade-sein. Deshalb fuhr ich auch nicht unverrichteter Dinge nach Hause, sondern Ratz fatz zum Hafen runter und wer kommt mir da sonnengebräunt, ausgeruht und nur so vor Gesundheit strotzend entgegen? - Mein Architekt. - Er hätte nur mal schnell nach seinem Boot schauen müssen, da hätte sich wohl in der Nacht etwas losgerissen, aber eigentlich wäre er ja todkrank und müsste schon längst wieder im Bett liegen. Wir haben uns dann spontan entschlossen etwas gegen seine Krankheit zu tun, und dass so ein kleines Bierchen nur gut für seine baldige Genesung sein kann. Ich habe ihm - künstlerisch begabt - den Baum-Dach-Zwischenfall auf einem Bierdeckel aufgemalt. Und er meinte, dass ich mir keine Sorgen machen müsste, denn so ein Haus sei im Grunde ja viel stabiler, als es aussehen würde und er käme so in zwei Wochen mal bei mir vorbei, um sich die Sache anzusehen. Und als wir dann noch so am Tisch saßen und die Sonne langsam unterging, da kamen wir zusammen zu der Erkenntnis, dass heutzutage sowieso alles viel zu hektisch ist, und dass man als Künstler dieser Entwicklung entgegen wirken und sich einfach mehr Zeit für alles nehmen sollte, sich halt - ab und an - mal die künstlerische Freiheit herausnehmen muss. ->Schubert sucht ...?

posted by Schubert

So 16. Okt 2005, 15:44

Friday, July 22, 2005
Wandertag macht müde

Bild

Rathausfoyer
Originally uploaded by Marvin261. Bei uns hat der 105. Deutsche Wandertag Station gemacht. Eine ganze Woche lang besiedelt das organisierte Wandertum Innenstadt und Bergeshang ... holladriho.

Erste Bekanntschaft mit den fröhlichen Wandersleuten machte ich morgens auf dem Parkplatz. Sicherlich dachten sie an einen parkplatzlos und weinend herumfahrenden Artgenossen als sie von mir verlangten doch bitteschön preußisch akkurat einzuparken und nicht zwei Plätze zu belegen. Von mir!! Morgens!!! ... Der Pazifist in mir folgte aber.

Bei lokalen Festivitäten besteht meine Aufgabe auch darin, Interessierte in unserem Rathaus herumzuführen. Nun wird man sich fragen: Was ist so interessant daran, dem Bürgermeister beim Telefonieren oder im Ordnungsamt beim Knöllchen abrechnen zuzuschauen? Meine Antwort: Nichts! Denn ich zeige ganz andere Dinge:

Im Eingangsbereich gibt es einen gläsernen Fußboden, unter dem eine mittelalterliche Pflasterstraße und ein Brunnen zu sehen sind. Beides wurde bei der Sanierung des Hauses anno 1996 freigelegt und begehbar gemacht. Hier könnte ich auch eine der preiswertesten Folgen von der Versteckten Kamera drehen, denn es ist gar zu putzig mit anzusehen, wie sich Leute jeden Alters auf Glasfußböden bewegen. Auch mein beruhigender Hinweis, dass *bisher* noch niemand durchgebrochen sei, hilft da nicht viel.

Wenn wir dann diesen Bereich mehr oder weniger hyperventilierend und sehr mutig bewältigt haben kommen wir in der ersten Etage in den Rathaussaal, wo ein Pädagoge 1840 den Ersten Allgemeinen Deutschen Kindergarten begründete. Das war irgendwann im Juni - ich erinnere mich nicht mehr so genau, entweder war ich gerade verreist oder noch gar nicht geboren. Als kleines Quiz frage ich euch an dieser Stelle mal nach dem Namen dieses Pädagogen - die Ergebnisse werden zeigen, wer überhaupt bisher gelesen hat und noch dazu google und Co. zu bedienen weiß.

Nach der Besichtigung des Saales trennt sich schon die Spreu vom Weizen - einige geben auf. Es geht nämlich noch eine Etage höher in unser Stadtmuseum. Derzeit sind hier drei Bürger unserer Stadt ausgestellt, wobei es sich natürlich richtiger formuliert um Exponate über diese Bürger handelt. Ein Kunstschmied und zwei Insektenforscher haben allerlei Ansehenswertes zusammengetragen. Es gibt eine Schmetterlingssammlung, bei deren Betrachtung ich dann immer auf den Totenkopf-Falter hinweise, der hier gefangen aber inzwischen ausgestorben ist mit dem schnellen Nachsatz, dass der noble Stifter dieser Sammlung keinesfalls den letzten erwischt hat. Manchmal lasse ich dies auch weg und warte auf den entsprechenden Kommentar der Besucher.

Nun ist aber Wandertag und ich weiß auch wieso: Ich wandere treppauf ... treppab mit kleineren oder größeren Grüppchen sowie einzelnen Leuten. Meine Füße tun weh und ich bin auch mittlerweile über die Struktur und Geschichte inklusive wichtiger Anekdoten des Deutschen Wanderverbandes im Bilde. Meine Rathauswanderungen werden am Wochenende fortgesetzt und ich könnte letztendlich an Kilometern eventuell sogar mit den Verbandswanderern mithalten. Holladriho!

(Im Bild sieht man übrigens den Blick aus dem Treppenhaus auf das Glasfoyer und den darunter befindlichen Brunnen.)


posted by Billy
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