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Thursday, July 28, 2005
Dichter sucht Muse ( Arbeitstitel ) – Die erste Begegnung
(Am Morgen, in aller Frühe, Schubert liegt schlafend in seinem Bett, da hört er plötzlich eine leise melodische Stimme, die ihn ruft. Und er erwacht.)
>> Guten Morgen - lieber Schubert - es ist Zeit aufzustehen, die Welt wartet darauf, dass Du ihr ein paar neue Zeilen schenkst.<<
>>Huch - wer bist denn Du? Und wie kommst Du in mein Schlafzimmer?<<
>>Wer ich bin? Man nennt mich Suse und ich kam durch jene Tür dort. Also - nun hopp, hopp, mein Lieber. Du musst jetzt aber endlich aufstehen, Du alter Faulpelz.<<
>>Moment, Moment, Du heißt Suse und spazierst hier einfach so, ohne Vorwarnung, in mein Schlafzimmer. Bist Du etwa eine Einbrecherin oder so was?<<
>>Ach - lieber Schubert - sehe ich denn so aus wie eine Einbrecherin? Du Dummerchen. Nein, nein so was. Bin ich doch hier, um Dir zu helfen. Ich, die Suse, deine Muse.<<
>>Wie? Ja spinne ich denn? Hab ich das richtig verstanden? Du bist Suse die Muse? ... Das ist ... Das ist ... Das ist das Albernste, was ich jemals gehört habe. Die Muse Suse. Suse die Muse. Eine Muse namens Suse.<<
>>Es gibt keine Grund sich über meinen Namen lustig zu machen. Obwohl ich zugeben muss, dass meine Eltern dabei vielleicht eine etwas unglückliche Wahl getroffen haben. Aber sei’ s drum. Was gedenken wir denn heute so zu schreiben?<<
>>Wir? ... Was soll denn das nun wieder bedeuten? Willst Du mir etwa beim Schreiben helfen?<<
>>Ja selbstverständlich. Dafür bin ich doch extra hergekommen. Tz tz, Du Dummerchen. Bin ich etwa deine Erste?<<
>>Meine Erste was? ... Einbrecherin? ... Frau? ... Suse?<<
>>Aha, wir können also auch witzig sein, das ist gut. Ich denke, für einen Dichter ist das keine schlechte Voraussetzung. Vielleicht wird meine Aufgabe doch nicht ganz so schwierig, wie ich gedacht habe. Aber jetzt endlich ... weg mit der Bettdecke!<<
>>Huch - ja spinnst Du denn? Was, wenn ich jetzt nackt gewesen wäre?<<
>>Hihi, jetzt bin ich mir absolut sicher, dass ich deine Erste bin.<<
>>Ich begreif’ s nicht. ... Trotzdem geh ich jetzt erst mal unter die Dusche, und zwar alleine. Ich denke, so eine Dusche ist ja auch nichts, was so sonderlich von musischem Belang wäre.<<
>>So, so - meinst Du? Ich seh schon, da hab ich noch viel Arbeit vor mir. ... Hey, warte! ... Du glaubst doch nicht etwa, so eine verschlossene Badezimmertür, die könnte eine echte Muse aufhalten. Da musst Du aber noch viel lernen. Achtung, ich komme mit!<<
(Im Badezimmer)
>>Kannst Du mir mal die Seife reichen. ... Nein, die Grüne. ... Ja, genau die. ... Danke.<<
>>Ich weiß überhaupt nicht, warum ich hier mit dem Rücken zu Dir stehen muss. Da, wo ich herkomme, gilt es als sehr unhöflich, wenn man jemanden sein Hinterteil zudreht.<<
>>Und von da, wo ich herkomme, gilt es als unhöflich, wenn man Fremden unaufgefordert unter die Dusche folgt.<<
>>Deine Dusche ist ja auch nicht gerade sehr groß. Wenn ich mich umdrehen würde, dann könnten wir uns den Platz etwas besser einteilen. Außerdem hätte ich dann nicht die ganze Zeit den Duschvorhang vor dem Gesicht. Soll ich mich nicht vielleicht doch lieber ...<<
>>NEIN!<<
>>Das ist doch kein Grund gleich laut zu werden. Also, egal wie lange ich diese Sache auch schon mache, euch Menschen werde ich wohl nie so richtig verstehen. Wir könnten doch schließlich viel Zeit sparen, wenn ich Dir beim Einseifen helfen würde. Ich lass auch die Augen dabei zu, damit ich Dich nicht sehen kann.<<
>>NEIN! Kommt ja gar nicht in Frage. Und außerdem, da bin ich ja jetzt auch fertig. Wenn Du mir nun noch mein Handtuch geben könntest? ...Danke sehr!<<
>>Bitte sehr. Ich bin ja schließlich hier, um zu helfen. Und was machen wir als nächstes? Frühstücken?<<
Fortsetzung folgt. LG Schubert
posted by Schubert
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